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So produzieren Gebäude Ressourcen

Urban Farming ist buchstäblich in aller Munde. Doch städtische Gebäudehüllen können mehr als nur Gemüse produzieren. Ob Fischzucht auf dem Dach, Vertical Farming über mehrere Etagen oder Solar Contracting: Das Potenzial für die zusätzliche Gebäudenutzung ist riesig.

Immer mehr Menschen, immer weniger fruchtbare Böden: Es braucht künftig mehr Agrarflächen, um die Nachfrage nach Lebensmitteln decken zu können. Dass dazu keine Wälder gerodet werden sollten, ist klar: Diese haben eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung der Klimaerwärmung. In den Fokus gelangen daher zunehmend die Städte, denn auch hier lässt sich Landwirtschaft betreiben. Dabei gibt es zwei Stossrichtungen: Dächer, Vorgärten und Brachen für herkömmliche Anbaumethoden nutzen – das so genannte Urban Farming – sowie die vertikale Pflanzenzucht im Gebäudeinnern oder entlang der Fassade, das Vertical Farming. Gemäss Thomas Zöllner vom Branchenverband Farmtech Society gibt es weltweit bereits mehr als 10’000 Startup-Unternehmen, die sich mit diesen neuen Formen der Agrikultur auseinandersetzen.

Aquakultur: Fischzucht auf dem Dach
Nicht nur Salate, sogar Fische werden auf Gebäuden gezüchtet: in so genannten Aquakulturen. Die Fischzucht in Tanks lässt sich auch mit Urban Farming kombinieren. Dann werden in einem geschlossenen Kreislauf die Pflanzen mit Fischkot gedüngt, filtern wiederum das Abwasser der Fische und binden das CO2, das die Fische abgeben. Ob Agri- oder Aquakultur, eine grosse Herausforderung ist der Energieverbrauch. Daran wird rund um den Globus intensiv geforscht.

Energie- vs. Lebensmittelproduktion
Trotzdem könnte Urban Farming dereinst einen wichtigen Beitrag zur Lebensmittelversorgung leisten. Insbesondere dann, wenn bisher ungenutzte Flächen erschlossen werden – wobei diese zunehmend auch der Energieproduktion dienen (siehe Infokasten) und somit eine Konkurrenzsituation entsteht. Für Liegenschaftsbesitzer ist dies allerdings kein Nachteil: Zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten erhöhen die Chance auf zusätzliche Einnahmen und eine höhere Rentabilität von Gebäuden.

Mögliche Zusatznutzung von Gebäuden einplanen
Noch steht diese Art der Gebäudenutzung am Anfang. Doch die urbane Nahrungs- und Energieproduktion wird angesichts knapper Anbauflächen und steigender Energiepreise zunehmend wichtig und daher auch rentabel. Eigentümer und Bauherren von Geschäftsimmobilien, Fabriken und Mehrfamilienhäusern sollten sich daher mit diesen innovativen Modellen auseinandersetzen.


Infobox
Solarcontracting: Dächer für Photovoltaik vermieten
Gebäudehüllen lassen sich nicht nur zur Pflanzen- und Fischzucht nutzen. Auch Energie wird auf Dächern produziert. Das Prinzip von Solar Contracting ist so einfach wie überzeugend: Ein Gebäudeeigentümer stellt dem Contractor – einem Energieunternehmen – für eine Photovoltaik-Anlage seine Dachfläche zur Verfügung, meist über eine Laufzeit von rund 25 Jahren. Während dieser Zeit muss der Contractor den so erzeugten Solarstrom dem Kunden zum vereinbarten Preis liefern. Der Kunde wiederum ist verpflichtet, den Strom abzunehmen. Der Vorteil für Eigentümer: Sie müssen selbst nicht in PV-Anlagen investieren und können sich auf einen konstanten Stromtarif verlassen. Besonders interessant ist Solar Contracting für Gemeinden sowie Unternehmen mit grösseren Immobilien und dank der im Energiegesetz geschaffenen Möglichkeit der zentralen Eigenverbrauchsgemeinschaft (ZEV) auch für Wohnsiedlungen im Stockwerkeigentum.
 

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