Entspannung und Konsolidierung der Baukosten auf hohem Niveau

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Der Anstieg der Baupreise wurde gebremst, wie die neuesten Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BfS) zeigen. Das vergangene Jahr stand immer noch im Zeichen der durch die Rohstoffknappheit im Vorjahr emporgeschnellten Baukosten. Nun zeichnet sich eine Stabilisierung ab. Ein Preisrückgang ist nicht zu erwarten, aber immerhin eine Beruhigung auf hohem Niveau. Diese Entwicklung, zusammen mit den günstigeren Finanzierungskonditionen, macht die Kalkulation von Projektentwicklungen wieder einfacher. Die jedoch nach wie vor hohen Materialpreise gehen einher mit den Anliegen der Nachhaltigkeit und dürften die Kreislaufwirtschaft weiter vorantreiben.

Bauteuerung: Preiseskapade von 2022 gedämpft

Die überdurchschnittliche Bauteuerung beschäftigt Projektentwickler und Immobilieninvestoren nach wie vor. Der durch eine einschneidende Rohstoffknappheit bedingte Schock von 2022 ist aber mittlerweile verdaut und gemäss den jüngsten Auswertungen des Bundesamtes für Statistik (BfS) beträgt der Preisanstieg zwischen April und Oktober 2023 noch 0.6 resp. 1.4 Prozent auf das Vorjahr bezogen. Somit war die Bauteuerung am kurzen Ende sogar etwas geringer als die allgemeine Teuerung (1.6 %) im selben Zeitraum. 2023 war jedoch nach wie vor geprägt von einer gewissen Lähmung, die sich in verschiedenen Bereichen der Immobilienbranche zeigte: Sowohl bei den Transaktionen, die im Vergleich zu den Vorjahren deutlich geringer an der Zahl waren, wie auch bei den Bauprojekten, die zusätzlich zum gewohnten Einsprachemarathon auch von höheren Finanzierungskosten und dem markant höheren Baupreisniveau gebremst wurden. Die jüngsten Zahlen erlauben der Branche, etwas durchzuatmen. Wie schnell der Investitionsappetit der institutionellen Anleger wieder zurückkehrt, hängt von kaum beeinflussbaren exogenen Faktoren ab, unter anderem von einer hoffentlich baldigen Erholung der Aktienmärkte. Eine Rückkehr ins Schlaraffenland der Negativzinsen und der Nullteuerung ist nicht zu erwarten. Mindestens aber zeigen die aktuellen Indikatoren bezüglich der Zinsentwicklung und der Baupreise eine gewisse Stabilisierung in einer neuen Normalität.

Regionale Unterschiede nach wie vor gering

Ein differenzierter Einblick in die Preisentwicklung zeigt – typisch für Baupreise – keine erheblichen regionalen Unterschiede: Die Genferseeregion und die Nordwestschweiz haben im Hochbau mit 2.0 Prozent die stärkste Jahresbauteuerung erlebt, während diese beispielsweise im Espace Mittelland bei moderaten 0.4 Prozent lag. Dass gerade mit dem grenznahen Ausland stärker verbundene Regionen eine stärkere Bauteuerung aufweisen, könnte darauf hindeuten, dass die Marktdurchdringung von ausländischen Mitbewerbern im Baugewerbe abgenommen hat.

Erhebliche Unterschiede bei den Arbeitsgattungen

Die wichtigsten Preistreiber waren mit Abstand die Finanzierungskosten. Honorare und Haustechnikkosten sind ebenfalls leicht überdurchschnittlich gestiegen, während Rohbau und Ausbau nur geringfügig teurer wurden und Aufzüge sogar günstiger. Dass die Honorare ein überdurchschnittlicher Kostentreiber sind, überrascht angesichts der nominal stagnierenden und real sinkenden Löhne. Die Erklärung dafür dürfte in einer Mischung von Faktoren liegen: im branchenspezifischen Fachkräftemangel, in der gestiegenen Komplexität der Planungsprozesse und auch in den durchschnittlich kleineren Projektvolumen, welche prozentual höhere Honorare zur Folge haben.

Ausblick: Paradigmenwechsel im Umgang mit Baumaterial

Nachdem die Bauteuerung in den vergangenen beiden Jahrzehnten jeweils nur geringfügig von der allgemeinen Teuerung abwich und insbesondere mit den Nominallöhnen praktisch im Gleichschritt ging, erfolgte nun am kurzen Ende eine Entkoppelung. Diese ist massgeblich bedingt durch höhere Materialpreise und es kann angesichts der globalen Lage mit Rohstoffknappheit, höheren Transportkosten und zunehmender CO2-Bepreisung nicht davon ausgegangen werden, dass diese Schere wieder zugeht. Dieser Paradigmenwechsel wurde bereits 2022 eingeläutet und er ist im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltig: Das höhere Preisniveau dürfte uns als neue Normalität noch länger begleiten und es bildet – positiv gesehen – eine Voraussetzung für die Umsetzung des zirkulären Bauens und für einen bewussteren Umgang mit Baumaterialien und der Modernisierung von Bestandsliegenschaften.

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Avobis ist in allen Bereichen der Immobilienwirtschaft verankert. Dadurch kennen wir die verschiedenen Preistreiber ebenso wie die regionalen Bewilligungssituationen und denken und rechnen Ihr spezifisches Projekt in verschiedenen Szenarien. Sie bekommen die optimalen Entscheidungsgrundlagen und wir unterstützen Sie in der konkreten Umsetzung.
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