So gelingt der Spagat zwischen Denkmalschutz und Sanierung

23 04 Spagat Zwischen Denkmalschutz Und Sanierung

Historisch wertvolle Gebäude sollen in ihrem Erscheinungsbild erhalten bleiben und trotzdem für zeitgemässe Nutzungen taugen. Wer frühzeitig die Denkmalpflege mit einbezieht, kann sich viel Ärger sparen.

Die Fassade dämmen, eine Solaranlage montieren oder den Wohnraum durch eine Aufstockung erweitern – alles Massnahmen, die den zeitgemässen Geboten des Klimaschutzes und der Verdichtung entsprechen. Doch sobald der Denkmalschutz ins Spiel kommt, werden derartige Vorhaben anspruchsvoll. Der Erneuerungsbedarf bei Schweizer Gebäuden ist gross, gleichzeitig sollen wichtige architektonische Zeitzeugen erhalten und das Erscheinungsbild nicht stark verändert werden.

Bund, Kantone und Gemeinden reden mit

Als übergeordnetes Instrument dient das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder (ISOS). Darin sind schweizweit rund 1’200 Siedlungen von nationaler Bedeutung aufgeführt. Das Inventar macht keine absoluten Vorschriften, sondern definiert Erhaltungsziele, die in die kantonalen Richtpläne einfliessen. Weiter gibt es kantonale und kommunale Bauinventare, welche Objekte auflisten, die aufgrund ihrer historischen Bedeutung wichtige Zeugen vergangener Epochen sind. Die Kantone und Gemeinden haben ihre Denkmäler nicht mit der gleichen Systematik erfasst, weshalb die Anzahl Denkmäler in der Schweiz nur eine Schätzung ist: Etwa 100‘000 Objekte sollen es sein, das entspricht knapp 4 % aller Gebäude.

Eigentümerinnen und Eigentümer von denkmalgeschützten Liegenschaften sind verpflichtet, ihre Immobilie entsprechend zu unterhalten und müssen dafür oft Mehrkosten in Kauf nehmen, die aber nur in Ausnahmefällen mit Beiträgen der öffentlichen Hand ergänzt werden.

Minergie im Bundeshaus

Dass der Denkmalschutz nicht nur verhindert, sondern auch Hand bietet für schonende Erneuerungen, zeigen diverse prominente Beispiele. So wurde etwa das Bernerhaus in der Anlage des Schlosses Lenzburg 2019 in Zusammenarbeit mit der Aargauer Denkmalpflege für eine zeitgemässe Nutzung umfassend saniert. Auch das Schulhauses Chrüzächer in Regensdorf aus den 60er-Jahren genügt seit der Sanierung und Erweiterung wieder den Bedürfnissen des heutigen Schulbetriebs. Kompromisse bei der Fassadendämmung wurden mit der Einsparung von grauer Energie durch den Erhalt der Bausubstanz wettgemacht. Und sogar der Ostflügel des Bundeshauses weist seit der Sanierung den Minergie-Eco-Standard auf.

Beratung bei der Denkmalpflege holen
Wer ein Bauvorhaben an einem überkommunalen Schutzobjekt plant, tut gut daran, möglichst frühzeitig die Denkmalpflege des Standortkantons einzubeziehen. Denn diese muss bei der Gemeinde eingereichte Baugesuche prüfen und bewilligen. Vor der konkreten Planung empfiehlt es sich deshalb, Informationen über das Gebäude einzuholen und sich von der zuständigen Fachperson beraten zu lassen.

	
David Berlart Rund

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